(p.192) Nicht nur im Ahnenkult der Chinesen spielt die Grille, das zirpende Heimchen, eine große Rolle; es ist in Ostasien auch ein sehr nützliches Haustier, ersetzt dort unseren Wachhund. Bekanntlich musizieren nur die männlichen Grillen; aber sie sind sehr schreckhaft und verstummen bei jedem ihnen unbekannten Geräusch. Die Chinesen setzen also einen ‘Grillerich’ in ein kleines Kästchen aus dünnen Bambusstäben. Am Abend, wenn’s im Haus ruhig geworden ist, fängt das Heimchen an zu tönen und zirpt die ganze Nacht. Nähern sich jedoch Schritte dem Haus, schweigt es augenblicklich, und an der ungewohnten Stille erwacht der Chinese. Ich finde dies sympathischer als unsere Alarmklingeln. Aber die beiden Fotos mahnen uns, nun von den Riesen unter den exotischen Haustieren zu sprechen. Dass der indische Elefant seit vielen Jahrhunderten der völlig zähmbare Kamerad des Menschen ist, melden schon die frühesten Überlieferungen: er diente Gott Indra als Reittier, und er wurde bereits im Krieg gegen Alexander d. Gr. Eingesetzt. Das Zeitalter der Motoren und Zugmaschinen braucht ihn zwar an vielen Orten Indiens nicht mehr zur Personen- und Güterbeförderung; aber im ungerodeten Gelände ist er noch immer unentbehrlich. Mitten in den Dschungeln von Birma werden die wertvollen Teak-Bäume gefällt; sie könnten auch jetzt nicht zu den
(p.193) Verladestellen gebraucht werden ohne Arbeits-Elefanten. Es gibt ein sehr interessantes Buch darüber; sein Verfasser, der Forstassistent der größten Teakholz-Korporation, die meiste Zeit des Tages zum Futtern und Baden. Noch ein Kuriosum im Hinblick auf unser voriges Kapitel: Elefanten haben einen Schmarotzer ganz allein für sich, die Elefanten-Laus! Ich vermute, sie hat eine respektable Größe.
*pic 206 Ein indischer Elefant, der von der Baumfäller-Arbeit kommt.
*pic 207/208 Die vielseitige Verwendbarkeit des zahmen indischen Wasserbüffels.