(p.51)Mit allen technichen Hilfsmitteln bekämpfen sämtliche Länder des Alpenraums die Lawinengefahr. Flugzeuge, Fallschirmspringer, Radar und Hubschrauber werden eingezetzt.
(p.52)Schon während des 2. Weltkrieges richtete die Schweitz amtliche Lawinen- Forschungsstationen ein und bildete Spezialisten aus; doch erst seit dem Einsatz von Lawinen- Suchhunden erreichte man wirklich große Bergungserfolge: das Tier mit seinen feinen Sinnesfähigkeiten erwies sich auch der modernsten Technik überlegen. Die Schweizer Zeitung ‘Tat’ schrieb im November 1953: »Viele Versuche während der letzten 15 Jahre zeigten, daß sich vor allem der Deutsche Schäferhund durch seinen unvergleichen Spürsinn und seine nie erlahmende Kraft bewährt. Wesentlicher Vorzug gegenüber dem Bernhardiner ist beim alpinen Einsatz das geringere Körpergewicht. Der ausgewachsene Bernhardiner wird bis zu 2 Zenter schwer, der Schäferhund im Höchstfall 80 Pfund. Dieser Gewichtsunterschied spielt in lawinengefährdeten Gebieten eine bedeutende Rolle.« »Tierpsychologen«, so heißt es in einem anderen Bericht, »haben erforscht, daß Hunde selbst durch eine tiefe Schneedecke hindurch Geruchsmoleküle aufnehmen können. Der Mensch sendet aus seiner Lawinenzuschüttung solche Impulse nach oben; die Tiernase stellt sie fest. Das ist das Prinzip der verblüffenden Orientierungskapazität des ausgebildeten Lawinenhundes.«
(p.53)Bei Skifahrer-Verbänden, amtlichen Rettungsstationen, bei der Bergwacht und beim Militär werden jetzt Lawinen-Suchhunde in fast allen Alpenraum-Ländern ausgebildet. Der Lehrgang dauert oft über Jahr, und nicht jedes Tier eignet sich zum verantwortungsvollen Dienst. Die Lebensrettung im Gebirge ist ein Wettlauf mit der Zeit. Nehmen wir an, jemand sieht vom Dorf aus, daß eine Skifahrer-Gruppe durch das plötzliche Niederbrausen einer Staublawine verschüttet wird. Selbstverständlich eilt sofort die Rettungskolonne bergauf, zugleich aber besteigt der telefonisch alarmierte Lawinenhundführer mit seinem Tier einen Helikopter auf dem nächstgelegenen Flugplatz. Auch ein anderes Flugzeug startet, das in der verschneiten Bergeinsamkeit die Landung von Mensch und Hund überwacht, die bisweilen mit Fallschirmen abspringen müssen. Unvorstellbar, jedoch viele Male erwiesen: schon auf 20 m Entfernung wittert der das Schneefeld absuchende Hund die Stelle, unter deren Schneelast ein Mensch begraben ist! Er meldet durch Scharren und Lautgeben. Die nachkommenden Bergungsmänner schaufeln den Verunglückten heraus, und derHubschrauber kann ihn jetzt schnellstens abtransportieren.
*pic051 vom jedem Mann geht der Suchhund. Plötzlich zieht er in die Senke hinab.
*pic052 ruckartig wird der Lauf gebremst; alle vier Pfoten scharren. Gefunden!
*pic053 Unter der Schneemasse liegen Menschen, wehrlos dem Erstickungstod preis gegeben. Leidenschaftlich sucht das Nasentier nach ausströmenden Duftmolekühlen.