(p.105)Soll jetzt einiges gesagt werden. Drei Hauptgruppen sind zu unterscheiden: Vollblut, Warmblut und Kaltblut. Von den Kaltblütern spreche ich am Schluss des Pferdeteils. Die Vollblüter streifen wir nur mit der Feststellung, dass sie zur Vererbung ihrer vortrefflichen Eigenschaften und zur Blutauffrischung für alle Zuchten der einheimischen Pferdeschläge unentbehrlich sind. Fest steht: unsere heutigen Warmblüter haben samt und sonders Anteile vom Vollblut in sich, die einen mehr, die anderen weniger. Wenn man nun fragt: »Was sind Warmblüter? Wofür gebraucht man sie?«, so muss ich zunächst raumgreifend sagen, dass man unter den Warmblütern sämtliche leichten Pferderassen versteht, mit Ausnahme des Vollbluts. Ebenso weit reicht auch ihre Verwendung: sie arbeiten in der Wirtschaft, beim Bauern, gehen vor Wagen und Pflug, leisten Erstaunliches als Reit-, Spring- und Turnierpferde, je nach ihrer Körperbeschaffenheit und ihrer bodenständigen Herkunft. Denn wie der Mensch wird auch das Pferd in seinem Wesen von der Heimatscholle geformt gestaltet. Erfreulicherweise betreibt selbst der deutsche Kleinbauer kaum noch eine wahllose Pferdezucht; er will für seine Stute jenes Vaterpferd, das die Nachkommen besser macht, schöner, leistungsfähiger. Die ‘Arbeitsgemeinschaft für Zucht und Prüfung deutscher Pferde’ in Bonn überwacht und lenkt die westdeutsche Pferdezucht. In staatlichen Hauptgestüten werden auf Grund langer Erfahrungen die benötigten Zuchttiere geschahen; die Landgestüte betreuten die Hengste, die dann zur Zuchtzeit – mit ihren Pflegern auf dem Land verteilt – den Wirtschaftsbetrieben als Beschälter zur Verfügung stehen.
*pic105 Aufmerksam, mit Wohlbehagen und stiller Zärtlichkeit beobachtet die Stute, wie gut dem Fohlen die Milch mundet.