(p.69)Ich bin überzeugt, er fühlte sich weit glücklicher als jene Edelkatzen, die von ihren Besitzern so verweichlicht werden, daß sie auf den internationalen Ausstellungen zwar
(p.70)Verkaufspreise bis zu 1 000 DM erreichen, aber eine rotseidene Bettstatt brauchen oder lindengrüne Steppdecken. Ob in solchen Luxusgeschöpfen noch eine Spur der naturhaften Triebe, der vortrefflichen Sinnesbegabung lebengig blieb? Ich las kürzlich eine Zeitungsnotiz,daß 6 Monate nach Übersiedlung einer Menschenfamilie von Flensburg nach Recklinghausen die zurückgelassene Hauskatze selbstständig am neuen Wohnort angekommen sei. Fast 700 km Wanderung durch unbekannte Gegend; kann der Richtungssinn eine Katze zu solcher Leistung befähigen? Ich weiß nicht; aber uns hilft hier vielleicht ein Ausspruch von Eugen Seiferle, dem Professor am veterinär-anatomischen Institut der Universität Zürich (ich verdanke seinen tierfreundlichen und tierschützerischen Publikationen viele neue Erkenntnisse; er hat wohl als erster betont auf die Bedeutung der seelischen Tierquälereien hingewiesen): »Die Katze ist ein außerordentlich sensibles Geschöpf, das seine
-fehler feld-
Umwelt sicher anders erlebt als wir und vielleicht noch manche Dinge wahrnimmt, für die uns Menschen die Aufnahme-Organe fehlen.«
*pic072/073 Links: entspannt ruht die Angorakatze auf dem Kies! Uns Menschen würden wohl schon nach kurzer Zeit alle Muskeln und Sehnen schmerzen.Rechts: wahrhaftig, solch ein liebes kleines Katzengeschöpf beglückt und bereichert unsere Menschenwelt!